Liga­tu­ren

Ein­satz von Liga­tu­ren in Webseiten

Unter einer Liga­tur ver­steht man die Ver­schmel­zung von zwei oder mehr Zei­chen zu einer opti­schen und for­ma­len typo­gra­fi­schen Ein­heit. Bei einer Liga­tur han­delt es sich also um Schrift­zei­chen, die aus mehr als einem Buch­sta­ben bestehen.

ff → ff
fi → fi
fl → fl
ffi → ffi
ffl → ffl

st → st

Liga­tu­ren wer­den gesetzt, um das Über­lap­pen von Buch­sta­ben durch Unter­schnei­dun­gen zu ver­hin­dern. So hat man z. B. beim Wort »Schach­fi­gur« das Pro­blem, dass die Buch­sta­ben­folge »fi« ein Loch bil­det. Ver­rin­gert man jetzt jedoch den Abstand der Buch­sta­ben, kol­li­die­ren die Zei­chen mit­ein­an­der. In solch einem Fall setzt man dann eine Ligatur »fi«.

Neben sol­chen Liga­tu­ren gibt es sol­che Liga­tu­ren zur ver­zier­ten Bil­dung von Lauf­ein­hei­ten. Dabei wer­den zwei Buch­sta­ben, um sie zu schmü­cken, z. B. mit einem Bogen wie bei der st-Ligatur verbunden.

Liga­tu­ren ste­hen nicht in jeder Schrift­fa­mi­lie zur Ver­fü­gung. In pro­fes­sio­nell aus­ge­bau­ten Schrif­ten gibt es aber in der Regel zumin­dest die am häu­figs­ten gebrauch­ten Ligaturen.

Liga­tu­ren wer­den im Deut­schen grund­sätz­lich nicht gesetzt, wenn sie eine Wort­fuge über­brü­cken wür­den. Als Wort­fuge wird die Stelle genannt, an der zwei Bestand­teile eines Wor­tes auf­ein­an­der­tref­fen, zum Bei­spiel bei Ab-flug. Weil das fl von Flug inner­halb des zwei­ten Wort­teils steht, kann hier eine fl-Ligatur gesetzt wer­den. Bei dem Wort Auf­lage (Auf-lage) kann hin­ge­gen keine Liga­tur gesetzt werden.

Bei erhöh­ter Lauf­weite wer­den keine Liga­tu­ren gesetzt. Zier­li­ga­tu­ren kom­men nur bei kur­zen Tex­ten zum Einsatz.

Das scharfe S (ß) und das kauf­män­ni­sche & Zei­chen sind Son­der­for­men von Liga­tu­ren, die als ein­zelne Zei­chen behan­delt werden.

Ein sehr emp­feh­lens­wer­tes Buch zu die­sem Thema und Typo­gra­fie im All­ge­mei­nen ist »Detail­ty­po­gra­fie« von Fried­rich Fors­s­man und Ralf de Jong.

Liga­tu­ren per CSS

Seit Neu­es­tem unter­stüt­zen einige Brow­ser die CSS-Eigenschaft text-rendering über die sich Liga­tu­ren anzei­gen lassen:

h1 {
   font-size: 18px;
   text-rendering: optimizeLegibility;
}

p {
   font-size: 12px; 
   text-rendering: optimizeSpeed;
}

Über die Option opti­mi­ze­Le­gi­bi­lity akti­viert man OpenType-Features der ver­wen­de­ten Schrift­art. Somit wer­den Liga­tu­ren, sofern vor­han­den, genutzt. Je nach Schrift­art soll­ten Liga­tu­ren nur bei grö­ße­ren Schrift­grö­ßen ein­ge­setzt werden.

Liga­tu­ren in HTML

„Heute ist ’s kalt.“

Direkt im Quell­text las­sen sich Liga­tu­ren auch über den Zei­chen­code ein­ge­ben. Dabei ist aber unbe­dingt dar­auf zu ach­ten, das die Liga­tur auch in der ver­wen­de­ten Schrift­art vor­kommt, ansons­ten wird ein Platzhalter-Zeichen angezeigt.

Die Liga­tu­ren wer­den in HTML fol­gen­der­ma­ßen deklariert:

ff — ff
fi — fi
fl — fl
ffi — ffi
ffl — ffl

st — st

VG Wort

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